Energiewende als Chance für die Kommunen

Infotour der Bürgeraktion im Juli 2025: Eindrücke und Impulse von Fuchsstadt bei Hammelburg

Rechts im Bild Bürgermeister Rene Gerner beim Erläutern der Windräder in der Gemarkung Fuchsstadt.

Die Bürgeraktion „Müll und Umwelt e.V. Schweinfurt“ organisiert seit vielen Jahren Informationstouren rund um das Thema Erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung. Anfang Juli besuchte der Umweltverein Fuchsstadt bei Hammelburg, um sich vom dortigen Bürgermeister Rene Gerner vor Ort erläutern zu lassen, welche Projekte zur Energiewende die Gemeinde bereits umgesetzt hat. Dazu gehören ein Windpark mit drei Windrädern, sowie der zweitgrößte Solarpark Unterfrankens mit einer Leistung von über 50 MW. Des Weiteren gibt es eine Genossenschaft in der Kommune, die gerade ein Nahwärmenetz mit voraussichtlich 270 Hausanschlüssen plant.

Bürgermeister Rene Gerner erklärt den Bau, den Betrieb der Freiflächen-PV-Anlage sowie den Nutzen für die Gemeinde.

„Jede Umdrehung der Windräder bringt der Gemeinde Geld in die Kasse“, so Bürgermeister Rene Gerner, denn zusätzlich zum Umweltaspekt profitiert die Kommune auch durch die Einnahmen. Aber nicht immer weht der Wind, deshalb braucht es eine Kombination mit PV-Anlagen, was auch die Motivation in Fuchsstadt war, den Solarpark in unmittelbarer Nähe zu den Windrädern zu errichten. „Neben den Pacht- und Gewerbesteuer-Einnahmen verdienen wir durch die Eigenbeteiligung mit 30% an dem Solarpark, so Rene Gerner. Ihm ist es besonders wichtig, dass nicht einige, wenige Bürger mit Vermögen sich beteiligen können, sondern die Kommune selbst, denn das dadurch erwirtschaftete Geld kommt so allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde zugute. Für den engagierten Bürgermeister ein entscheidender Faktor, um die Akzeptanz in der Bevölkerung für derartige Projekt zu erhalten. Ein weiteres Thema, das ihn und mittlerweile auch andere Kommunen intensiv beschäftigt sind die Anfragen von Batteriespeicher-Betreibern. „Hier muss man genau aufpassen und unterscheiden, ob es ein netzdienlicher, neutraler oder eventuell sogar netzschädlicher Speicher ist“, so Rene Gerner. Netzdienlich definiert er so: Vor Ort produzieren, vor Ort speichern, vor Ort verbrauchen. In der Praxis ist dies momentan so geplant, dass der überschüssige Strom der Wind- und PV-Anlagen von Fuchsstadt gespeichert und dann direkt an die naheliegende Erdfunkstelle abgegeben wird.

Beim Ortsrundgang entdeckten die Teilnehmer der Info-Tour immer wieder schöne Pflanzecken am Straßenrand.

Dass Fuchsstadt noch mehr als die erneuerbaren Projekte zu bieten hat erfuhren die etwa 40 Teilnehmer der Info-Tour im Anschluss bei einem Ortsrundgang. An den Straßen konnten sie viele Bäume und grüne Oasen bestaunen und ein Mehrgenerationenhaus, Brotbackhäusle sowie Kneipp-Becken vermittelten den Eindruck eines gelungenen Dorflebens.